Arbeitsblatt · Klasse 9/10 · BP 2016, 3.3.2
Polarschmelze-Zeitreihe
Klimawandel global
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Datum:
Arbeitsauftrag am Werkzeug
Bewege dich im Werkzeug durch die September-Minima 2013 bis 2023 und trage drei Jahre in die Tabelle ein.
Das kann ich danach
- Ich kann die Meereisausdehnung im September für verschiedene Jahre vergleichen.
- Ich kann den Trend über Jahrzehnte beschreiben und einzelne Ausreißer einordnen.
- Ich kann erklären, warum weniger Eis die Erwärmung weiter verstärkt.
Meine Vermutung
Wie hat sich die Fläche des arktischen Meereises im September deiner Vermutung nach seit 1980 verändert?
- A) Ungefähr gleich geblieben
- B) Um etwa ein Zehntel geschrumpft
- C) Um mehr als ein Drittel geschrumpft
Aufgaben
Die Aufgaben steigen in drei Stufen an: Ein Merkmal kennen → Mehrere Schritte verbinden → Zusammenhänge begründen.
- 1
Beschreibe wie sich die Meereisfläche im September zwischen dem frühesten und dem spätesten Jahr im Werkzeug verändert hat.Ein Merkmal kennen
- 2
Vergleiche ein Jahr mit viel und ein Jahr mit wenig Eis. Wie groß ist der Unterschied in Millionen km²?Mehrere Schritte verbinden
- 3
Erkläre warum ein einzelnes Jahr mit mehr Eis nicht bedeutet, dass die Erwärmung vorbei ist.Zusammenhänge begründen
- 4
Erkläre den Kreislauf: Weniger Eis → dunkleres Wasser → mehr Sonnenwärme aufgenommen → ? Setze ihn fort und benenne, was so ein Kreislauf ist.Zusammenhänge begründen
Trage ein: September-Minimum
| Jahr | Ausdehnung (Mio. km²) | Wo liegt der Eisrand? (Beschreibung) |
|---|---|---|
| 2013 | ||
| 2018 | ||
| 2023 |
Schnellcheck. Kreuze die richtige Antwort an.
1. Bewege den Jahres-Schieberegler im Werkzeug von 2013 bis 2023. Was beobachtest du auf der Karte und im Diagramm?
- A) Die weiße Eisfläche wird im Laufe der Jahre kleiner
- B) Die Eisausdehnung bleibt jedes Jahr gleich
- C) Das Eis nimmt von Jahr zu Jahr zu
- D) Die Karte zeigt keine Veränderung
2. Arktisches Meereis schwimmt auf dem Ozean. Was passiert mit dem Meeresspiegel, wenn dieses Eis schmilzt?
- A) Der Meeresspiegel steigt kaum, weil das Eis schon im Wasser schwimmt
- B) Der Meeresspiegel steigt stark an
- C) Der Meeresspiegel sinkt
- D) Meereis hat keinen Einfluss auf den Meeresspiegel
3. Weißes Eis reflektiert Sonnenlicht (hohe Albedo). Was folgt daraus, wenn weniger Eis vorhanden ist?
- A) Der dunkle Ozean nimmt mehr Wärme auf und erwärmt sich stärker
- B) Die Arktis wird heller und kühler
- C) Es ändert sich nichts, weil die Sonne gleich scheint
- D) Das Wasser reflektiert Licht genauso gut wie Eis
4. Schau im Werkzeug auf das Diagramm. In welchem Jahr hatte das arktische Meereis im September die kleinste Ausdehnung (2013-2023)?
- A) 2020
- B) 2013
- C) 2023
- D) 2017
5. Woher stammen die Eiskonzentrations-Karten in diesem Werkzeug?
- A) Von Satelliten, bereitgestellt über das NASA-System GIBS
- B) Von Forschungsschiffen im Nordpolarmeer
- C) Von Wetterstationen in der Arktis
- D) Von Unterwasser-Drohnen
In eigenen Worten
Erkläre in zwei Sätzen, warum ein einzelnes kaltes Jahr den Trend nicht widerlegt.
Helles Eis reflektiert Sonnenlicht, dunkles Wasser nimmt es auf. Was folgt daraus, wenn Eis verschwindet? Formuliere den Kreislauf.
Hilfe
Tipp zu Aufgabe 4: Helle Flächen werfen Sonnenlicht zurück, dunkle nehmen es auf. Denk an ein weißes und ein schwarzes T-Shirt in der Sonne.
Zusatzaufgabe
Suche im Werkzeug das Jahr mit dem kleinsten Wert. Recherchiere im Lernzyklus-Einstieg oder Schulbuch, was in diesem Sommer in der Arktis besonders war.
Geographie interaktiv, Version 2026-09-04 · https://geo-interaktiv.de/tools/polarschmelze-zeitreihe
Lösungsblatt · Polarschmelze-Zeitreihe
Für die Lehrkraft
Lernziel: Die Abnahme der Meereisbedeckung der Arktis über die Zeit interpretieren.
Zeitbedarf mit Werkzeug: etwa 25 Minuten · BP 2016, 3.3.2
Meine Vermutung
Das September-Minimum ist seit 1980 um mehr als ein Drittel geschrumpft, von rund 7,5 auf oft unter 4,5 Millionen km². Einzelne Jahre schwanken, der Trend nicht.
Erwartungshorizont
- 1
Beschreibe (Ein Merkmal kennen) — Ausdehnung geschrumpft; Rand des Eises weiter nördlich; Werte in Mio. km² nennen.
- 2
Vergleiche (Mehrere Schritte verbinden) — Jahreswerte korrekt abgelesen, Differenz berechnet; Einordnung als Schwankung im Trend.
- 3
Erkläre (Zusammenhänge begründen) — Wetter/Zirkulation erzeugt Schwankungen; Trend = Richtung über viele Jahre; Mittelwert mehrerer Jahre sinkt weiter.
- 4
Erkläre (Zusammenhänge begründen) — Mehr Erwärmung → noch weniger Eis; positive Rückkopplung (Eis-Albedo-Rückkopplung).
- 6
Tabelle: Werte aus dem Werkzeug; Vollständigkeit und Einheiten zählen, nicht die letzte Stelle.
Differenzierung und Hinweise
AMSR2-Daten mit 12 km Auflösung; die Legende erklärt Eiskonzentration – das ist der Einstieg für die Frage, was „Eisrand“ überhaupt bedeutet.
Zu den Reflexionsfragen
Offene Antworten. Für die SOLO-Einordnung: Ein Merkmal nennen entspricht unistrukturell, mehrere Merkmale verbinden multistrukturell, einen Zusammenhang begründen relational.
Schnellcheck: Lösungen
- 1. A) Die weiße Eisfläche wird im Laufe der Jahre kleinerÜber das NASA-System GIBS bereitgestellte Satellitendaten zeigen, dass die arktische Meereisausdehnung im September von 2013 bis 2023 deutlich abgenommen hat - ein direktes Zeichen des Klimawandels.
- 2. A) Der Meeresspiegel steigt kaum, weil das Eis schon im Wasser schwimmtSchwimmendes Meereis verdrängt bereits Wasser. Wenn es schmilzt, bleibt der Meeresspiegel nahezu gleich - anders als Landeis (z. B. Grönland), dessen Schmelze den Meeresspiegel tatsächlich hebt.
- 3. A) Der dunkle Ozean nimmt mehr Wärme auf und erwärmt sich stärkerWeniger Eis bedeutet mehr offene, dunkle Ozeanfläche. Diese nimmt mehr Sonnenstrahlung auf, erwärmt sich und schmilzt noch mehr Eis - ein sich selbst verstärkendes Prinzip, die Eis-Albedo-Rückkopplung.
- 4. A) 20202020 erreichte die arktische Meereisausdehnung im September mit etwa 3,92 Millionen km² den Tiefstwert im Zeitraum 2013 bis 2023. Das absolute Rekordminimum aller NSIDC-Messungen war 2012, das liegt vor diesem Zeitfenster.
- 5. A) Von Satelliten, bereitgestellt über das NASA-System GIBSDie Karten zeigen die AMSR2-Meereiskonzentration, aufbereitet und bereitgestellt über das NASA-System GIBS. Satelliten umkreisen die Erde täglich und liefern flächendeckende Messungen, die kein Schiff erreichen konnte.