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Arbeitsblatt · Klasse 9/10 · BP 2016, 3.3.4

Ländlicher Raum

Ländliche Räume

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Arbeitsauftrag am Werkzeug

Gib im Werkzeug die PLZ deiner Gemeinde ein (oder wähle Deggenhausertal). Prüfe die Erreichbarkeit von Schule, Arzt und Supermarkt für die Ortsteile in der Tabelle.

Das kann ich danach

  • Ich kann die Daseinsvorsorge einer Gemeinde mit echten Daten prüfen.
  • Ich kann Erreichbarkeit als Maß für Versorgung deuten.
  • Ich kann Maßnahmen für eine bessere Versorgung abwägen.

Meine Vermutung

Wie weit ist es deiner Vermutung nach in einer typischen ländlichen Gemeinde in Baden-Württemberg bis zur nächsten Hausarztpraxis?

  • A) Unter 2 km
  • B) Etwa 5 km
  • C) Über 10 km

Aufgaben

Die Aufgaben steigen in drei Stufen an: Ein Merkmal kennen → Mehrere Schritte verbinden → Zusammenhänge begründen.

  1. 1

    Beschreibe was das Werkzeug unter „Daseinsvorsorge“ versteht. Nenne die fünf Angebote.Ein Merkmal kennen

  2. 2

    Vergleiche zwei Ortsteile: Welcher ist besser versorgt? Belege mit Entfernungen aus der Karte.Mehrere Schritte verbinden

  3. 3

    Erkläre warum Daseinsvorsorge auf dem Land schwieriger zu sichern ist als in der Stadt.Zusammenhänge begründen

  4. 4

    Beurteile deine Entscheidung im Planspiel: Welche Maßnahme hast du gewählt, wer profitiert, wer geht leer aus? Würdest du heute anders entscheiden?Zusammenhänge begründen

6

Trage ein: Versorgung der Ortsteile

OrtsteilEinwohnerNächste Schule (km)Nächster Arzt (km)Erreichbar? (ja/nein)
Hauptort
Ortsteil 2
Ortsteil 3
7

Schnellcheck. Kreuze die richtige Antwort an.

  1. 1. Was versteht man unter Daseinsvorsorge im ländlichen Raum?

    • A) Grundlegende Einrichtungen wie Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten, die das Leben sichern
    • B) Freizeitangebote wie Kinos und Einkaufszentren in der Innenstadt
    • C) Industriestandorte und Gewerbegebiete am Stadtrand
    • D) Autobahnanschlüsse und Güterverkehr
  2. 2. Gib im Werkzeug die PLZ 70173 (Stuttgart) ein. Wie ordnet das Werkzeug diesen Raum anhand der Bevölkerungsdichte ein?

    • A) Städtischer Verdichtungsraum (mehr als 1000 Einwohner pro km²)
    • B) Sehr dünn besiedelter ländlicher Raum
    • C) Ländlicher Raum (100 bis 150 Einwohner pro km²)
    • D) Verdichteter / kleinstädtischer Raum
  3. 3. Welche Entwicklung kennzeichnet den Strukturwandel der Landwirtschaft in Deutschland seit den 1950er Jahren?

    • A) Immer weniger, aber deutlich größere Betriebe durch Mechanisierung
    • B) Immer mehr kleine Familienbetriebe durch Erbteilung
    • C) Gleichbleibende Betriebsgrößen bei steigendem Arbeitsbedarf
    • D) Rückkehr zur Subsistenzlandwirtschaft ohne Maschinen
  4. 4. Was unterscheidet periphere von zentrumsnahen (verdichteten) ländlichen Räumen besonders deutlich?

    • A) Periphere Räume liegen weit von Oberzentren entfernt und haben schlechtere Verkehrsanbindungen
    • B) Periphere Räume haben mehr Einwohner und eine bessere Infrastruktur
    • C) Periphere Räume befinden sich immer im Gebirge
    • D) Periphere Räume sind ausschließlich in Ostdeutschland zu finden
  5. 5. Stelle im Werkzeug den Radius auf 2 km ein. Welche gesellschaftliche Folge entsteht, wenn junge Menschen wegen fehlender Versorgung aus einem Dorf wegziehen?

    • A) Überalterung, weil vor allem ältere Menschen bleiben und die Einwohnerzahl sinkt
    • B) Verjüngung, weil Familien aus der Stadt zuziehen
    • C) Wirtschaftsaufschwung durch mehr Pendler
    • D) Zunahme von Schulen und Ärzten durch staatliche Förderung

In eigenen Worten

Erkläre in eigenen Worten, was Daseinsvorsorge bedeutet und warum sie auf dem Land schwieriger ist als in der Stadt.

Du hast im Planspiel Geld für eine Maßnahme ausgegeben. Welche Gruppe profitiert davon am meisten, und wer geht leer aus?

Hilfe

Tipp zu Aufgabe 3: Stell dir eine Bäckerei vor, die nur 200 Kunden im Umkreis hat. Lohnt sie sich? Und wenn es 20 000 sind?

Zusatzaufgabe

Vergleiche deine Gemeinde mit Stuttgart (PLZ 70173). Erkläre, warum die Frage nach Erreichbarkeit dort anders gestellt wird.

Geographie interaktiv, Version 2026-09-04 · https://geo-interaktiv.de/tools/laendlicher-raum

Lösungsblatt · Ländlicher Raum

Für die Lehrkraft

Lernziel: Strukturwandel und Herausforderungen ländlicher Räume in Deutschland beurteilen.

Zeitbedarf mit Werkzeug: etwa 40 Minuten · BP 2016, 3.3.4

Meine Vermutung

Für die meisten Ortsteile sind es wenige Kilometer, für abgelegene aber leicht über zehn. Der Durchschnitt verdeckt genau die Orte, um die es bei der Daseinsvorsorge geht. Das Planspiel zeigt, was eine einzige neue Praxis oder Buslinie verändert.

Erwartungshorizont

  1. 1

    Beschreibe (Ein Merkmal kennen)Schule, Arzt, Supermarkt, Bushaltestelle, Apotheke; Grundversorgung im Alltag.

  2. 2

    Vergleiche (Mehrere Schritte verbinden)Entfernungen korrekt abgelesen, Vergleich mit Werten, Hauptort meist besser versorgt.

  3. 3

    Erkläre (Zusammenhänge begründen)Wenige Menschen auf großer Fläche → lange Wege, Angebote lohnen sich weniger; Abwanderung verschärft; Alterung.

  4. 4

    Beurteile (Zusammenhänge begründen)Maßnahme benannt, Wirkung auf Ortsteile belegt, Zielkonflikt erkannt (Budget, Gerechtigkeit).

  5. 6

    Tabelle: Werte aus dem Werkzeug; Vollständigkeit und Einheiten zählen, nicht die letzte Stelle.

Differenzierung und Hinweise

Beispieldaten (Lindetal) sind erfunden, echte PLZ liefern echte OSM-Daten; die Erreichbarkeitsgrenze im Werkzeug erklären lassen.

Zu den Reflexionsfragen

Offene Antworten. Für die SOLO-Einordnung: Ein Merkmal nennen entspricht unistrukturell, mehrere Merkmale verbinden multistrukturell, einen Zusammenhang begründen relational.

Schnellcheck: Lösungen

  1. 1. A) Grundlegende Einrichtungen wie Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten, die das Leben sichernDaseinsvorsorge umfasst alle Leistungen, die für ein menschenwürdiges Leben notwendig sind: Schulen, Arztversorgung, Einkauf und öffentlicher Nahverkehr. Ihr Fehlen trifft periphere ländliche Räume besonders hart.
  2. 2. A) Städtischer Verdichtungsraum (mehr als 1000 Einwohner pro km²)Stuttgart hat als Großstadt eine sehr hohe Bevölkerungsdichte von weit über 1000 Einwohnern pro km² und wird deshalb als städtischer Verdichtungsraum eingestuft. Hier sind die Wege zur Daseinsvorsorge kurz - anders als im ländlichen Raum.
  3. 3. A) Immer weniger, aber deutlich größere Betriebe durch MechanisierungDurch Mechanisierung und Rationalisierung sank die Zahl der Betriebe drastisch, während die verbleibenden Betriebe immer mehr Fläche bewirtschaften. Dieser Strukturwandel verringert die Beschäftigung im ländlichen Raum und verstärkt die Abwanderung.
  4. 4. A) Periphere Räume liegen weit von Oberzentren entfernt und haben schlechtere VerkehrsanbindungenPeriphere ländliche Räume zeichnen sich durch weite Entfernungen zu Mittel- und Oberzentren sowie schwache Verkehrsverbindungen aus. Zentrumsnahe ländliche Räume liegen dagegen nah an großen Städten und profitieren von deren Arbeitsplätzen und Infrastruktur. Die schlechte Erreichbarkeit erschwert peripheren Räumen den Zugang zu Arbeitsplätzen und Daseinsvorsorge und begünstigt Abwanderung.
  5. 5. A) Überalterung, weil vor allem ältere Menschen bleiben und die Einwohnerzahl sinktWenn junge Familien abwandern, steigt der Anteil älterer Bewohner. Das senkt die Bevölkerungszahl weiter, macht Schulen und Arztpraxen unrentabel und beschleunigt so die weitere Abwanderung - ein sich selbst verstärkender Kreislauf.
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